Unser Committment

Wer gezwungen ist, seine Heimat zu verlassen, braucht unsere Unterstützung. Geflüchtete sind uns in unserer Stadt herzlich willkommen. München soll für sie ein Zuhause sein, in dem sie angstfrei leben und Zukunftsperspektiven entwickeln können. Als Junges Bündnis für Geflüchtete wollen wir die Situation von Geflüchteten in München verbessern.

Forderungen

Besonders wichtig sind uns dabei folgende Punkte:

1. Unterbringung

Eine Unterbringung in großen Gemeinschaftsunterkünften ist für uns weder tragbar noch sinnvoll. Wir wollen Unterbringungen, die die Würde des einzelnen Menschen achten und weitestgehend Eigenverantwortung und Privatsphäre ermöglichen. Geflüchtete sollen so früh wie möglich dezentral untergebracht werden, beispielsweise in eigenen Wohneinheiten. Auch eine Unterbringung bei Privatpersonen muss erlaubt werden. Dieses dient auch der schnelleren Integration in das gesellschaftliche Leben vor Ort und die Gesellschaft selbst. Das Junge Bündnis für Geflüchtete begrüßt, dass die LHM die Unterbringung in Hallen und Schlafsälen, insbesondere Leichtbauhallen, maximal vermieden hat und erfolgreich versucht, diese schnellstmöglich in Zimmerunterbringung zu wandeln. Die dauerhafte, Massenunterbringung in Hallen/Schlafräumen erachten wir als menschenunwürdige Missachtung des Rechts auf Privatsphäre des Einzelnen.

2. Bildung

Besonderen Wert legen wir auf das Recht auf Bildung. Dabei gilt für uns das Prinzip des lebenslangen Lernens. Das bedeutet für uns, dass Geflüchteten schneller der Zugang zu schulischen, akademischen und betrieblichen Aus-, Fort- und Weiterbildungsformen aufgezeigt und unbürokratisch ermöglicht werden muss. Die benötigten Informationen sollten übersichtlich, verständlich und in der jeweiligen Muttersprache aktiv an die Geflüchteten herangetragen werden. Schulbesuchsmöglichkeiten sollen aus unserer Sicht auch über die Schulpflicht hinaus bestehen. Für junge Geflüchtete ist dabei eine bessere Betreuung und höhere Durchlässigkeit in den bayerischen Übergangsklassen zentral. Eine Berufsschulausbildung muss qualitativ hochwertigen Standards genügen. Außerhalb der Schule muss das Angebot der Deutsch- und Alphabetisierungskurse für Geflüchtete von der Ankunft an massiv ausgebaut werden. Bereits erreichte Berufs- und Bildungsabschlüsse sollten zudem besser, kostenfrei und zügiger anerkannt werden. Wer einen Ausbildungsvertrag unterschreibt oder ein Studium beginnt, soll für diesen Zeitraum einen Aufenthaltstitel erhalten, unabhängig vom Herkunftsland. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung oder des Studiums ist eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis auszustellen.

Wir fordern den Zugang aller Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen – gleich welcher Herkunft – zu Jugendhilfe, Bildung, Ausbildung, Universität und Arbeit. Abschiebungen sowie Arbeits- und Ausbildungsverbote für Schüler*innen, Studierende und Auszubildende sowie Jungen Erwachsenen lehnen wir daher konsequent ab.

3. Partizipation

Geflüchtete Menschen haben ein Recht darauf, ihre Anliegen in Politik und Gesellschaft selbst einzubringen. Um eine eigenständigere Vertretung und eine Anlaufstelle für Probleme und Fragen zu schaffen, fordern wir die Einrichtung einer Leitstelle für Geflüchtete. Die Stelle solle Rederecht in allen für Geflüchtete relevanten politischen Gremien auf bayerischer und kommunaler Ebene erhalten. Eine entsprechende Stelle muss personell und finanziell ausreichend ausgestattet sein, um für Geflüchtete präsent zu sein, die eigene Verwaltung zu stemmen, und Dolmetscherinnen und Dolmetscher für die notwendigen Sprachen zu beschäftigen.

Unser Augenmerk liegt als lokales Bündnis vor allem auf der Realisierung der oben genannten zentralen Punkte, welche die kommunalpolitische Ebene betreffen. Dabei ist uns bewusst, dass zwingend in vielen anderen Bereichen das deutsche und europäische Asylverfahren verändert werden muss, um die Situation von Geflüchteten zu verbessern.

Arbeitsweise

Zur Umsetzung unserer Forderungen nutzen wir das breite Spektrum der politischen Handlungsmöglichkeiten. Dies reicht von der Organisation politischer Kundgebungen und der Durchführung von Aktionen über eine konkrete Unterstützung von Geflüchteten bis hin zur politischen Bildung.

Wir wollen Geflüchtete in alle Aktivitäten einbinden, um sie zu befähigen, ihre Anliegen selbst durchzusetzen.

Das Junge Bündnis versteht sich als Vernetzungsplattform von Initiativen junger Menschen, die sich für die Belange Geflüchteter einsetzen. Das Bündnis ist ein Ort an dem interessierte junge Menschen auch selbst aktiv werden können. Sie finden dort Kontakt und Anschluss zu bereits bestehenden Initiativen, Gruppen und Verbänden.

Aktiver Kampf gegen Rassismus

Für die Aufnahme von Geflüchteten engagieren sich in München zahlreiche Menschen. Weltweit findet dies Anerkennung. Gleichzeitig darf nicht übersehen werden, dass Geflüchtete aber auch Menschen anderer Hautfarbe und Religion sowie Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Identität, hauptamtliche und freiwillige Helferinnen und Helfer, Politikerinnen und Politiker diffamiert, beschimpft, bedroht und angegriffen werden. Das Junge Bündnis für Geflüchtete ruft daher dazu auf:

  • für eine offene Gesellschaft und gegen Diskriminierung von Geflüchteten einzustehen;
  • vor Hass und Vorurteilen nicht zurückzuweichen, sondern Rassismus und Hassreden entschieden entgegenzutreten;
  • sich aktiv gegen Äußerungen zu stellen, welche Geflüchtete nicht als Teil der Gesellschaft akzeptieren;
  • alle und insbesondere Geflüchtete zu schützen, die von rassistischer Hetze und Angriffen bedroht sind!