Processed with VSCO with a6 preset

Junge Geflüchtete und Vertreter aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft  diskutierten am 24. April die Verbesserungsmöglichkeiten von Deutschkursen für Geflüchtete in München. Ergebnisse werden mit in die Besprechung des städtischen Gesamtplans Integration und in Gespräche mit den Trägern von Deutschkursen einfließen. Organisiert wurde das Ganze vom Jungen Bündnis für Geflüchtete.

„Wir lernen im Deutschkurs, wie man über den Weltraum spricht – aber ich müsste lernen, wie man eine Fahrkarte kauft“, beschreibt Adnan A. eines der Probleme, das junge Geflüchtete beim Erlernen der deutschen Sprache begegnen. Seine Kritik stößt bei Maria Prem vom Amt für Wohnen und Migration auf offene Ohren: „Wir müssten uns wirklich viel öfter mit den Leuten hinsetzen, die diese Kurse besuchen.“ Der bayernweit erste partizipative Runde Tisch macht diesen Austausch möglich. In der Diskussion wird schnell klar, dass Vergabe und Qualität ausbaufähig sind. Trotz weitreichender Verbesserungen und zusätzlicher Kurse durch die Stadt München gibt es immer noch keine Deutschkurse für alle von Anfang an. Außerdem mangelt es an passgenauen Angeboten, die Unterschiede in Wochenstundenzahl, Intensität oder Zielgruppe berücksichtigen. Lea Richter, Sprecherin des Jungen Bündnisses, fasst zusammen: „Ein Ziel für die Zukunft muss sein, ein funktionierendes Feedbacksystem zu etablieren und den Deutschunterricht praxisnäher zu gestalten.“

Um die Zuteilung der Geflüchteten nicht nur zu beschleunigen, sondern sie auch in das für sie passende Sprachkursangebot zu vermitteln, wäre zudem eine übergeordnete Leitstelle – oder „One-Stop Agency“, wie sie das Junge Bündnis schon einmal forderte, eine gute Lösung.

Große Probleme bereiten den Schülern zudem die momentanen politischen Unsicherheiten. „Besonders meinen Schülern aus Afghanistan fällt es im Moment schwer, sich auf den Unterricht zu konzentrieren, die Angst vor Abschiebung ist groß“, berichtet Marela Juric Kacunic, Deutschlehrerin für junge Geflüchtete. „Viele sind psychisch so belastet, dass sie sich nicht auf den Unterricht konzentrieren können“, ergänzt Lina H. von Heimaten e.V..

„Alle Teilnehmer waren sich einig: Es braucht viel mehr Gespräche mit Geflüchteten statt über sie. Das freut uns, weil politische Teilhabe eine unserer Kernforderungen ist“, sagt Lea Richter. Sie ergänzt: „Die Anliegen der jungen Geflüchteten werden direkt in zukünftige Entscheidungen der städtischen Referate einfließen, damit war der Runde Tisch ein voller Erfolg.“

Geflüchtete dikutieren mit Mitgliedern aus Verwaltung und Politik über die Verbesserung von Deutschkursen

Kontakt für Rückfragen:

Ein Interview mit einer Organisatorin des ersten Runden Tisches für Bildungspolitik und Integration finden Sie hier.

Teilnehmende waren: Maria Prem (Amt für Wohnen und Migration), Gabriele Neff (Stellvertretende Fraktionsvorsitzende, FDP), Eva Schießl und Maria Langhans (beide Referat für Bildung und Sport), Lina H., Yanet A., Motjaba R., Yasin R. (alle Heimaten e.V.), Lea Richter (Sprecherin Junges Bündnis für Geflüchtete), Adnan A., Marela Juric Kacunic (Deutschlehrerin für junge Geflüchtete), Oliver Belik (SPD, Obermeister der Uhrmacherinnung)