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Über 500 geflüchtete und deutsche SchülerInnen demonstrierten am Donnerstag gemeinsam gegen bayerische Abschiebungen, Ausbildungs- und Arbeitsverbote.

Unter dem Motto „miteinander füreinander“ protestierten am Donnerstag mehrere Hundert geflüchtete und deutsche Schüler gemeinsam mit fast allen Münchner Jugendverbänden gegen die im Bundesvergleich besonders restriktive Auslegung des Integrationsgesetzes in Bayern. Nach einer Auftaktkundgebung in der Nähe des Münchner Hauptbahnhofs zogen die Demonstrierenden bis zur Ludwig-Maximilians-Universität durch die Innenstadt. Damit war die Demo nach dem „Aufstand der Leisen“ am vergangenen Sonntag innerhalb einer Woche die zweite erfolgreiche Großveranstaltung für Geflüchtete und Integration.

Gleich zu Beginn machte Muhammed, Schülersprecher der Berufsschule an der Balanstraße und Mitorganisator, die verzweifelte Situation vieler geflüchteter Jugendlicher in Bayern deutlich: „Ich habe mich hier integriert. Ich habe die Sprache gelernt, ich habe mir viel Mühe gegeben und zwei Jahre lang mit Erfolg und Fleiß die Schule besucht. Im Juli werde ich einen deutschen Schulabschluss machen. Aber leider darf ich danach nicht weitermachen, obwohl ich mir so viel Mühe gegeben habe. Ich habe drei Ausbildungsplätze bekommen und habe die Verträge unterschrieben, aber ich darf nicht. Ich habe vier Praktika gemacht. Als Hotelfachmann, als Journalist, als Glaser und als Verkäufer, aber auch hier darf ich nicht arbeiten.“

Applaus und Zurufe aus dem Publikum zeigten deutlich, dass seine Kritik nicht nur von den Mitorganisatoren geteilt wird. Diese sind die Münchner StadtschülerInnenvertretung und das breit aufgestellte Junge Bündnis für Geflüchtete. Auch die zahlreichen Musikdarbietungen und die selbstgemalten Schilder und Banner zeigten die große Bandbreite der Unterstützung. Schülerin Sophie Gahl meint: „Ich unterstütze die Demonstration, weil jeder Schüler, egal welcher Nationalität, das Recht auf eine berufliche Perspektive haben soll!“

Bettina Raum, Sprecherin des Jungen Bündnisses für Geflüchtete, zieht zum Schluss ein klares Fazit: „Die jungen Menschen sind sich einig: Wir unterstützen Integration. In unserem Bündnis sind unter anderem linke, liberale, kirchliche, studentische und gewerkschaftliche Gruppen – selbst die Junge Union ist dabei. Das sollte der bayerischen CSU-Regierung zu denken und vor allem Anstoß zum Handeln geben.“

Zu den Fotos der Demo geht es hier entlang.

Kontakt für Rückfragen:
Bettina Raum, Sprecherin Junges Bündnis für Geflüchtete