„Wie funktioniert Demokratie in Deutschland? Wie kann ich mich in meinem Stadtviertel politisch einbringen?“ Diese und andere Fragen behandelt das neue Workshop-Programm für junge Geflüchtete zu Demokratie, politischer Arbeit und Partizipation, das am 29. November 2017 seinen Auftakt in der Bayernkaserne hatte. Das Besondere des Programms: entwickelt und durchgeführt wird es von jungen Münchner*innen mit und ohne Fluchthintergrund.

„Unsere Workshops machen gesellschaftliche Teilhabe erfahrbar und zeigen konkrete Handlungsmöglichkeiten auf“, erklärt Bettina Raum, Initiatorin und Sprecherin des Junges Bündnis’ für Geflüchtete. Am 29. November 2017 startete das einmalige Workshop-Programm in der LOK.Arrival, dem Jugendtreff der Bayernkaserne. Das Besondere: schon in der Konzeptions- und Entwicklungsphase wirkten zahlreiche junge Erwachsene mit Fluchterfahrung mit. Dadurch trägt das Projekt bereits in der Entstehung zu politischem Empowerment bei. Die Workshops sind modular aufgebaut: Von „Rechte und Pflichten im Asylverfahren“ über „Das politische System Deutschlands“ und „Demokratische Werte“ hin zu „Münchner Stadtpolitik“ und „Partizipation im eigenen Stadtteil“ können die Inhalte je nach Wünsche und Zielgruppe der Teilnehmer*innen zusammengebaut werden.

„Es ist schön, andere zu unterstützen in einer Situation, in der man selbst einmal war“, sagt Morteza Gh., Referent. Er hat selbst Fluchterfahrung und wirkte bereits an der Konzeption der Inhalte mit. „Ich hoffe, wir können mit unseren Workshops noch viele Geflüchtete erreichen.“ Referent*innen und Teilnehmer sind zufrieden mit dem ersten Workshop. „Danke an euch, dass ich jetzt weiß, wo ich überall hingehen kann, um meinen Hobbys nachzugehen“, sagt Hamid, Teilnehmer. „Ich bin seit zwei Jahren in Deutschland und habe keinen Kontakt mit Deutschen. Ich möchte gerne deutsche Freunde finden, aber es ist schwierig.“ Und Halid, ein weiterer Teilnehmer ergänzt: „War gut, hat Spaß gemacht.“

Finanziert wird das Projekt über den Paulaner Salvator-Preis, den das Junge Bündnis für Geflüchtete für die Workshops gewonnen hat. „Mit dem Salvator-Preis war es unser Ziel, Türen in die Gesellschaft zu öffnen. Genau dies zeichnet das Workshop-Programm des Jungen Bündnisses aus: Es erleichtert es jungen Geflüchteten, unsere Gesellschaft besser zu verstehen und sich einzubringen“, so Paulaner Pressesprecher Burkhard Rüdiger. Durch die Förderung der Paulaner Brauerei können die Workshops für die Teilnehmer*innen kostenlos angeboten werden.

Das junge Bündnis für Geflüchtete hat bereits mit seinem ersten Workshop-Programm „Flucht und Asyl“ in über 100 Workshops mehr als 2100 Schülerinnen und Schüler erreicht.

Unseren Referentin Halima Triebel im Gespräch mit Workshopteilnehmern.

Referent Christopher Jones während des Workshops.